Drs. E.F.E. van Brakel

Position:
  • PhD Student




Research

Gibt es eine deutschsprachige postkoloniale Literatur? Gewiss! Vorausgesetzt, man beschränkt den Begriff „ postkolonial" nicht auf den kleinsten Nenner: Das deutsche Kolonialreich mag es im Gegensatz zum britischen Empire nicht lange gegeben haben, es hat aber die Identität derer, die es betraf, auf Dauer geprägt. Am deutlichsten zeigt sich dies dadurch, dass Deutschland sich seines kulturellen und historischen Kolonialerbes allmählich mehr bewusst wird. Aus diesem Grund lässt sich der durchschlaggebende Erfolg der Publikation „ Moderne Imperialisten. Das Kaiserreich im Spiegel seiner Kolonien" von Birthe Kundrus in 2003 erklären.

Die kulturelle Identität eines Volkes und seiner Individuen entsteht per definitionem auf dem Weg der Ethnogenese: Sie bildet sich mehr oder wenig im Zusammenwachsen unterschiedlicher kultureller Einflüsse. Im diesem Prozess kam und kommt es in der (post-)kolonialen Gesellschaft manchmal zu großen Reibungen. Denken Sie an den Genozid an den Namas und Hereros und das Gedenken dessen in 2004. Über diesen Prozess gibt es auch Erfreulicheres zu berichten: Jedes Jahr schreibt Die Allgemeine Zeitung, die älteste Zeitung Namibias, über den Karneval in Windhuk. Wäre dies Beispiele postkolonianer Identität? Die literarische Wiedergabe in den Werken von u.a. Michael Roes, Hans C. Buch, Alex Capus, Daniel Mepin en Patrice Nganang ist Gegenstand meiner Untersuchung.

Last Modified: 01-04-2009